Workshop 2026

Die Hinwendung zur postmigrantischen Perspektive in den Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften – insbesondere im deutschsprachigen Raum – ist heute nicht zuletzt durch die Notwendigkeit bedingt, auf die „neue Härte in der Flüchtlingspolitik” zu reagieren. Entscheidend für die postmigrantische Perspektive ist dabei die Betrachtung von Migration als gesamtgesellschaftlicher Erfahrung, die die gesellschaftlich etablierte Trennlinie zwischen Migrant*innen und Nichtmigrant*innen überwindet und ein neues Verständnis von gesellschaftspolitischen Konflikten, Narrativen und Identitätspolitiken erfordert (Yıldız und Hill). Im Ergebnis sollte diese Perspektive zur Stärkung der Demokratie beitragen, da sie den nationalstaatlichen Raum anders, nämlich pluralistischer und vielfältiger interpretierbar macht.

Im Rahmen des Workshops wird es um Diaspora und Exil als ein breites Spektrum von Erfahrungen und Ausprägungen gehen, die also aus einer postmigrantischen Perspektive betrachtet werden. Wir werden darauf zielen, diese Erfahrungen und Ausprägungen (queer)feministisch, intersektional und machtkritisch zu analysieren und gemeinsam zu diskutieren. Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, wie sich postmigrantische soziale Beziehungen heute – insbesondere im Kontext von Exil und diasporischen Gemeinschaften – herausbilden und gestalten sowie welche Bedeutung sie für die Prozesse der sozialen Integration und des demokratischen Zusammenlebens haben.

Diaspora und Exil aus postmigrantischer Perspektive: philosophisch, sozialkritisch, (queer)feministisch analysiert

12. – 13. November 2026

Ort

FernUniversität in Hagen
Campus Berlin
Neues Kranzler Eck
Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin
3. OG, Raum 1+2

Organisation

Thomas Bedorf (FernUniversität in Hagen) &
Olga Shparaga (FernUniversität in Hagen)

Anmeldungen bitte per Mail bis zum 02.11.2026 an: diaspora.postmigrantisch@fernuni-hagen.de

Programm

Begrüßung und Einführung

Begrüßung, Einführung und organisatorische Hinweise

Olga Shparaga und Thomas Bedorf

Begriffe und Paradigmen

Jeanette Ehrmann

Diaspora als Paradigma. Politische Theorie nach dem diasporic turn

Dagmar Comtesse

Kollektive Identitäten in der postmigrantischen Gesellschaft und ihre möglichen Beziehungen zur Diaspora

Kaffeepause
Armin Mašala

Diasporische Identität: Ethnizität, Verstreuung und Vulnerabilität

Körper, Stadt und Raum

Tania Mancheno

Eine intime Politik der Erinnerung – Mit Benjamin und Fanon an den Körper in der Stadt und an die Stadt im Körper erinnern

Kaffeepause
Nabila Sayah

Postmigrant City Making? Stadt als analytischer Bezugspunkt und Feld im Rahmen einer partizipativen, sorgenden Ethnografie in südhessischen Städten

Transfer
Exkursion: Neue Nachbarschaft Moabit

Künstlerischer Beitrag und Gespräch:
Marina Naprushkina
„Knot, Knot, Network“
Moderation: Olga Shparaga

Gemeinsames Abendessen